Volles Haus beim Neujahrsempfang der SPD mit Kurt Beck

Pressemitteilung

Bild zeigt von links nach rechts: Landrat Kern, Marion Lipinski-Naumann, Roger Lewentz, Kurt Beck, Gabi Laschet-Einig

Voll war das Gemeindehaus St. Barbara in Lahnstein beim diesjährigen Neujahrsempfang der SPD

Ministerpräsident Kurt Beck kam mit leichter Verspätung und konnte bei seinem Weg durch die Menge viele Weggefährten, Freunde und Mitstreiter begrüßen.

„Es ist schön, dass der SPD Neujahrsempfang zur Tradition geworden ist“, freut sich Laschet-Einig in ihrer Begrüßung. Der Anlass biete Gelegenheit, mit Interesse auf Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen.
Die Landtagstagsabgeordneten David Langner und Frank Puchtler und zahlreiche Lokal- und Kommunalpolitiker haben ebenfalls den Weg in das Gemeindehaus gefunden, wollen Beck live erleben. Günter Kern, Landrat, betont, dass es bei allen politischen Gegensätzlichkeiten doch immer wichtig ist, die schwierigen Aufgaben gemeinsam anzugehen. Dabei sei gerade das Ehrenamt eine unverzichtbare Einrichtung, wie der harte Winter, das anschließende Hochwasser und das immer noch Einsatzkräfte bündelnde Tankerunglück an der Loreley eindrucksvoll bewiesen. „Ein gut aufgestelltes Ehrenamt macht Mut“, betont Kern. Marion Lipinski-Naumann von der Koblenzer SPD ist sich sicher, dass Rheinland-Pfalz in Sachen Kinderbetreuung und Ausbildung bundesweit Vorbildcharakter habe. Gerade diese Themen seien in Hinblick auf die demografische Entwicklung von zentraler Bedeutung. Denn nur durch ein ausreichendes Angebot an kostenfreien Betreuungsplätzen bekämen Frauen die Chance, wieder in den Beruf einzusteigen.

Das Ehrenamt ist für Kurt Beck ein Schlüsselthema in seiner Ansprache. „Ohne die vielen Ehrenamtler wären die Ereignisse der letzten Wochen nicht zu stemmen gewesen“, dankt Beck den Helfern. Auch der Besuch im Lahnsteiner Krankenhaus vor dem Empfang hat Beck sichtlich beeindruckt, da dort ebenfalls viele Menschen Dienst am Nächsten leisten. Zum aktuellen Tankerunglück hebt der Ministerpräsident die hervorragende Koordination der Einsatzkräfte unter der Leitung von Günter Kern und in Begleitung durch Roger Lewentz hervor. „Man weiß, was eine Gesellschaft daran hat, wenn das „Wir“ und das „Miteinander“ vor dem „Ich“ und dem „Gegeneinander“ steht“, macht Beck unter großem Beifall klar. Der Respekt vor der Gesellschaft sei wichtig. Rund 1,4 Millionen Ehrenamtler gibt es in Rheinland-Pfalz.

Hart ins Gericht geht Kurt Beck mit denen, die durch Profitgier und reinem Eigennutz Deutschland in der vergangenen Jahren in große Schwierigkeiten gebracht haben mit Spekulationen auf alles, was nur irgendwie Gewinn bringen könnte, so auch auf Ernteerträge. „Dies ist keine Leistung, die bringt nur der Handwerker um die Ecke, die Krankenschwester, der Ehrenamtler“, wettert Beck gegen die Abzocker. Man müsse sich wieder auf einen Leistungsbegriff entsinnen, so Beck weiter. Gerade in einigen schwierigen Phasen hätten Gewerkschaften und Betriebe in Rheinland-Pfalz zusammengehalten und dafür gesorgt, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten geblieben sind. Zinsfreie Darlehen an rund 600 Betriebe haben deren Überleben gesichert. „Mit diesen Hilfen haben wir tausende Arbeitsplätze stabilisiert“, versichert der Ministerpräsident. Wichtig sei aber weiterhin, dass Arbeit anständig entlohnt werde, spannt Beck den Bogen zum Mindestlohn. „Wer den ganzen Tag fleißig arbeitet, muss von der Arbeit auch leben können“, spricht er den Gästen aus der Seele. Es leuchtet ihm nicht ein, dass jahrhundertealte Werte im 21. Jahrhundert plötzlich nicht mehr gelten. Wer nur Minilöhne bekomme, könne auch nur Minibeiträge leisten. Diese Menschen würden später dann zur Altersarmut zählen.

Große Aufgaben bringe die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren, denn der Anteil der älteren Menschen in der Gesellschaft werde immer größer. Beck prangert die Verfasser einiger schlauer Bücher an, die behaupten die Alten würden die Jungen über den Tisch ziehen. Hier zitiert Beck seine verstorbene Großmutter die ihn seinerzeit gefragt habe: Bub, hast du schon mal gesehen, dass die Kuh am Kälbchen gesoffen hat? „Die Weisheit des Alters ist immer schlauer als die Jammernden, die vor dem Alter warnen“, macht Beck klar. Man sorge seit Jahrzehnten dafür, dass es den Menschen besser gehe, dass sie gesünder sind, dass sie länger leben. Und jetzt werde über das Älterwerden gejammert. Wichtig sei es für die Zukunft, dass man jungen Menschen, die sich hier im Land ausbilden, auch eine Perspektive für die Zukunft bietet, damit sie im Land bleiben. Familie und Beruf müssen vereinbart werden können. „Unser System der Betreuung von Kindern muss ausgeweitet werden“, mahnt Beck an. Daher soll es in Rheinland-Pfalz auch weiterhin kostenfreie Kindergartenplätze geben, es müsse aber nach dem Kindergarten weiter gehen. Die Schulen müssen für alle kostenfrei bleiben, Bildung dürfe nicht nur für die besser gestellten erreichbar sein. „Jeder, der sich aus- und weiterbilden möchte, muss hierzu die Chance erhalten“, bekräftigt Kurt Beck unter großem Applaus. Die Zukunftsfähigkeit von Rheinland-Pfalz sei nur zu realisieren, wenn möglichst viele Menschen eine möglichst hohe Qualifikation erreichen. Denn dieses schöne Bundesland sei von einem Agrarland zu einem Industrie- und Dienstleistungsland gewachsen, ein Verdienst auch der Arbeit der Vorgängerregierung. „Wir haben viele Änderungen geschafft, und ich möchte den weiteren Weg gern wieder mit gestalten“, schließt Ministerpräsident Kurt Beck seine Ansprache.

Viel Zeit nimmt sich Beck anschließend für die Gäste beim Autogramme schreiben, für Widmungen in Büchern, für Gespräche mit Freunden, für gemeinsame Fotos. Und hier zeigt sich wieder, was diesen Menschen ausmacht. Beim Bad in der Menge ist er herzlich und verbindlich. Er sucht den Dialog mit den Gästen, hat für Jeden ein offenes Ohr. Er lässt Protokoll Protokoll sein und genießt die Kommunikation auf Augenhöhe. Kurt Beck ist gern nah bei den Menschen.

 
 
 

Counter

Besucher:2134051
Heute:16
Online:2